Mythos und Logos sind beides Erklärungmethoden der Welt. Alles was uns begegnet wird versucht zu erklären. Der Mythos versucht dies durch Geschichten, Gedichte und Sagen. Meistens sind die Götter Ursache aller Erscheinungen. Platon steht für den Wechsel der Methode zur Erklärung der Welt. Vom Mythos zum Logos. Logos ist die rationale Erklärung der Welt.
Platon benutzt viele Begriffe, die typisch sind für die mystische Welterklärung auch: Seele, Gott, Tugend, Gutsein(areté) etc. Der Unterschied ist jedoch, dass Platon diese Begriffe zu definieren versucht. So ist Seele nicht mehr nur ein Wort um das Nichtwissen über die genaue Bestimmung des Menschseins zu füllen, sondern steht für eine ganze Theorie, die der Seelenlehre. Diese Seelenlehre mag uns zwar heute recht mysthisch anmuten, ist aber dennoch der versuch einer Definition. Einer rationalen Definition.
Der Wechsel ist auch an den Fragewörtern festzumachen. Fragt der mythos nur nach dem Warum und Wie, geht Platon einen Schritt weiter und fragt “was genau”. Festzumachen ist dies z.B. im menon-Dialog, als Sokrates die Frage erörtert, was genau areté sei. Dabei will er nicht nur eine Beschreibung, was alles areté sein kann, sondern eine Definition.

Und dennoch kenne ich keinen größeren philosophischen Mythomanen als Platon. LG, WilderKaiser
Oh dann schau dir mal Heidegger an:)